Brenn­ele­men­te für Tihange

Das Hoch­ri­si­ko AKW Tihan­ge wird wei­ter­hin mit Brenn­ele­men­ten aus Deutsch­land beliefert.

Nach wie vor wer­den die Hoch­ri­si­ko AKW Tihan­ge, Doel und Cat­te­nom mit Brenn­ele­men­ten aus Deutsch­land betrie­ben,  und nun schon in der zwei­ten Legis­la­tur­pe­ri­ode bas­telt die Bun­des­re­gie­rung  halb­her­zig an Geset­zen, dies zu unterbinden.

Bar­ab­a­ra Hend­ricks (SPD), Umwelt­mi­nis­te­rin der letz­ten Gro­ko, gab erst ein­mal in aller Ruhe ein Rechts­gut­ach­ten in Auf­trag, das klä­ren soll­te, ob die Brenn­ele­men­te Fabrik in Lin­gen (Nie­der­sach­sen), die die Hoch­ri­si­ko AKW belie­fert, geschlos­sen wer­den kann. Bequem für Hend­ricks: Eine Ent­schei­dung muss­te sie selbst nicht mehr tref­fen, denn das Gut­ach­ten lag erst nach der letz­ten Bun­des­tags­wahl vor. Da hat­te schon Sven­ja Schul­ze (SPD) ihren Pos­ten als Umwelt­mi­nis­te­rin über­nom­men. Wie zu erwar­ten war, kam das Rechts­gut­ach­ten zu dem Schluss, dass recht­lich einer Schlie­ßung der Brenn­ele­men­te­fa­brik nichts im Wege steht. Eigent­lich hät­te man nun erwar­ten kön­nen, dass die Lie­fe­run­gen an Tihan­ge, Doel und Cat­te­nom sofort been­det wer­den. Doch statt­des­sen geht das Schat­ten­bo­xen wei­ter. Sat­te zwei Jah­re spä­ter legt Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin Sven­ja Schul­ze nun einen Gesetz­ent­wurf vor, nach­dem die Lie­fe­rung von Brenn­ele­men­ten ver­bo­ten wird, wenn ein aus­län­di­sches AKW weni­ger als 150 Kilo­me­ter von der Gren­ze ent­fernt steht und vor 1989 in Betrieb gegan­gen ist. Tihan­ge, Doel und Cat­te­nom wür­den dann kei­nen Brenn­stoff mehr aus Lin­gen erhalten.

Syl­via Kot­ting-Uhl, Bun­des­tags­ab­ge­b­ord­ne­te der Grü­nen und Vor­sit­zen­de des Umwelt­aus­schus­ses, geht die­ser Schritt nicht weit genug:  „Die deut­schen Atom­fa­bri­ken belie­fern vie­le wei­te­re euro­päi­sche Atom­kraft­wer­ke, die eben­falls eine Gefahr für die Men­schen in Euro­pa dar­stel­len. Und sie häu­fen gigan­ti­sche Men­gen Uran­res­te an, für die wir in Deutsch­land der­zeit noch kein End­la­ger haben. All die­se Pro­ble­me las­sen sich am ein­fachs­ten und bes­ten lösen, indem die Bun­des­re­gie­rung end­lich die bei­den deut­schen Atom­fa­bri­ken schließt.
Dazu lie­gen seit zwei Jah­ren die posi­ti­ven Rechts­gut­ach­ten des Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­ums auf dem Tisch, ein grü­ner Gesetz­ent­wurf fast genau­so lan­ge. In der Sach­ver­stän­di­gen­an­hö­rung des Bun­des­tags vor über einem Jahr wur­de der Gesetz­ent­wurf von den Juris­tin­nen und Juris­tin­nen mehr­heit­lich bestä­tigt, selbst von denen der Koali­ti­on. Es wird Zeit, den not­wen­di­gen Weg kon­se­quent zu Ende zu gehen.“

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